Braucht Buchholz (k)ein Leitbild?

Wie versteht sich Buchholz überhaupt?

Als graue Eminenz im Hamburger Süden? Als gallisches Dorf? Oder ...?

 

Wer die Buchholzer Politik aufmerksam verfolgt, wird feststellen,

dass es eine Menge an Vorschlägen gibt, die sich in Form von Anträgen über die 

Ratsarbeit ergießen.

Leider in Gestalt eines Gemischtwarenladens, kleinkariert, zufällig und ohne jede Konzeption. 

Nichts davon beinhaltet jedoch eine leitende Vorstellung, wie sich unsere Stadt entwickeln sollte.

Wem irgendjemanden irgendetwas einfällt, dann schreibt er einen Antrag. 

Verständlicherweise macht sich darüber in der Bevölkerung Unzufriedenheit breit.

"Es tut sich ja nichts ...".

Beispielhaft erwähne ich meinen Antrag, der Bürgermeister möge die Möglichkeiten

einer Hochschul-Ansiedlung (oder eines Forschungsinstituts) beim Wissenschaftsministerium ausloten. Wurde abgelehnt. Noch nicht einmal der Versuch wurde unternommen.

Dabei hätte dies in wunderbarer Weise zum Technologie- und Innovationspark gepasst.

In Buchholz wird solch' eine Initiative auf der Sachbearbeiter-Ebene abgewürgt.

Der Antrag war bestimmt zu anspruchsvoll, weil die Vorstellungskraft der Hobby-Politiker

eben nicht ausreicht.

So wird ja auch immer wieder kolportiert, dass unser Bürgermeister kein Gestalter sei.

Gewissermaßen aus einer Laune heraus, wurde die Idee einer Oststadt geboren.

Ich behaupte, ohne dabei an Folgemaßnahmen und deren Finanzierung zu denken.

Nämlich nur deshalb, um den Ostring sicherzustellen.

Wo gibt es denn so etwas, dass ein Straßen-Teilstück von gut fünf Kilometern Länge,

durch Felder und Wiesen, nur möglich sein sollte, wenn gleichzeitig ein neuer Stadtteil entsteht?

So berechtigt die "Oststadt" auch immer ist.

Vieles wäre einfacher, wenn es in Buchholz so etwas wie ein Leitbild gäbe.

Dann könnte der Stadtrat die eingehenden Vorschläge danach sofort abgleichen.

 

Aus heutiger Sicht, bei einer Verschuldung von über Euro 100 Millionen in 2025, 

eine eher utopisch-unrealistische Vorstellung.

Diese Schulden-Marke hat übrigens der Finanzdezernent prognostiziert.

Immer wieder berichtet die Presse über unsere Nachbarstadt Buxtehude.

Dort ist man völlig gelassen und hat die Weichen für ein moderates Wachstum gestellt.

 

Die Politik in Buchholz ist verworren und ziellos. Die Stadt hat eben kein Leitbild. 

Alle diejenigen, die sich in der Verantwortung sehen, sollten wenigstens den Versuch

unternehmen, ein Leitbild zu entwickeln. Es wäre ein Leichtes, die Basisdaten

dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Buchholz 2030 (ISEK) zu entnehmen,

denn es muss ja nicht gleich eine Vision sein.

Eine Vision wäre für unsere Stadt auch wohl zuviel verlangt.

HWS                                                                                    10. Februar 2019

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